Weiterbildungsziel
Viele Frauen, Männer und Paare sind von sexuellen Problemen und Erkrankungen betroffen, als einzelne Störung oder als Bedingung anderer psychischer oder körperlicher Erkrankungen.
Ziel der Weiterbildung ist es, die sexualtherapeutische Versorgung zu verbessern.
Basis dafür ist ein qualifiziertes Weiterbildungsangebot insbesondere für psychotherapeutisch vorgebildete Berufsgruppen.
Die Schwerpunkte des dafür entwickelten Curriculums sind:
• Wahrnehmen, Erkennen, Ansprechen sexueller Problematiken
• Symptomatologie und Analyse sexueller Probleme und Störungen in ihren ursächlichen und aktuellen Bedingungszusammenhängen (verhaltenstherapeutisch, psychodynamisch, systemisch)
• Spezifische Therapieansätze und Beratungskonzepte
Die Weiterbildung qualifiziert zur Diagnostik, Beratung und Behandlung sexueller Störungen und vermittelt Ansätze zur Prävention.
Zielgruppen
PsychotherapeutInnen aller theoretischen Orientierungen; Klinische und GesundheitspsychologInnen; Klinische und GesundheitspsychologInnen in Ausbildung; PsychotherapeutInnen in Ausbildung unter Supervision, Ärzte mit Psy-III Diplom
Umfang und Dauer: 2 Jahre; 200 Std. ( 7 Workshops, Selbsterfahrung, Supervision)
Abschluss: Zertifikat der AVM.
Die Kriterien für einen erfolgreichen Abschluss der Weiterbildung sind die regelmäßige Teilnahme an Seminaren, Selbsterfahrung und Supervision sowie Praxisnachweise.
Es besteht die Möglichkeit für eingetragene PsychologInnen, PsychotherapeutInnen und ÄrztInnen mit Psy-Diplom bei einem erfolgreichen Abschluss auch ein Zertifikat der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung (DGSF)zu erhalten.
Leitungen und ReferentInnen der bisherigen Weiterbildungen:
Dr. Steffen Fliegel, Münster; Prof. Dr. med. Götz Kockott, München;
Dr. Mäni Kogler, Graz; Dr. med. Helmut Leiblein, Regensburg;
Prof. Dr. Hertha Richter-Appelt Hamburg, Prof. Dr. Gunter Schmidt, Hamburg;
Dr. med. Hildegard Stienen, Münster
Inhalte der Weiterbildung
Im Folgenden werden die Themen für Theorie- und Praxisseminare, Selbsterfahrung und zum Teil Literaturarbeit benannt. Je nach den Bedürfnissen in der Weiterbildungsgruppe sind Schwerpunktsetzungen und Veränderungen möglich:
• Anatomische, physiologische und psychologische Grundlagen, u. a. Emotion, Kognition, Verhalten, Körper
• Geschlechtsspezifische Sexualität
• Heterosexuelle und homosexuelle Entwicklung
• Sexuelle Lebenswelten
• Symptomatologie, Ätiologie
• Diagnostische Methoden
• Problemanalyse
• Gestaltung der therapeutischen Beziehung
• Sexualität und Sprache
• Systemische Therapie und Verhaltenstherapie bei sexuellen Paarproblemen. Paartherapeutische Interventionen
• Einzelpsychotherapie bei sexuellen Funktions- und Luststörungen
• Körpertherapeutische Interventionen
• Organmedizinische Behandlungsverfahren
• Chronische Erkrankungen und Sexualität
• Sexuelle Traumatisierung, sexuelle Gewalt, sexueller Missbrauch – Einstellungen, Erfahrungen, Behandlungskonzepte
• Perversionen, Deviationen, Paraphilien
• Behandlungskonzepte in der Arbeit mit Sexualstraftätern
• Transsexualität, Störung der Geschlechtsidentität
• Erstellung von Gutachten
• Beratungsstrategien
• Ethische Implikationen
• Herausfordernde Therapiesituationen und häufige therapeutische Fehler
• Fallarbeit
Der inhaltliche Schwerpunkt wird auf einer integrativen Sexualtherapie von Lust-, Erregungs-, Orgasmus- und Schmerzstörungen sowie um Paraphilien und Deviationen mit verhaltenstherapeutischer und systemtherapeutischer Orientierung liegen, erweitert um psychodynamische und körpertherapeutische Konzepte.
Umfang der Weiterbildung
• Theorie- und Praxisseminare 110 AE
• Selbsterfahrung 30 AE
• Supervision (Beginn nach einem halben Jahr) 60 AE
Dies ergibt ein Gesamtvolumen der Weiterbildung von insgesamt 200 Arbeitseinheiten (AE) in einem Zeitraum von knapp 2 Jahren. Eine Arbeitseinheit umfasst 45 Zeitminuten.
Termine in 2012: 2.-4.2. 10.-12.5. 6.-8.9. 6.-8.12. + 3 Termine in 2013
Didaktik
Übungen, Rollenspiele, Vorträge, (Video-) Demonstrationen, Teil- und Kleingruppenarbeit, Fallarbeit, Supervision, Selbsterfahrung, Vorbereitungs- und Seminarliteratur.
Gesamtleitung der Weiterbildung:
Dr. Steffen Fliegel und Dr. med. Hildegard Stienen
Voraussetzungen für die Zulassung zur Weiterbildung
1. In die Psychotherapeutenliste am BMG eingetragener Psychotherapeut oder
2. Psychotherapeut in Ausbildung unter Supervision oder
3. Klinischer Psychologe und Gesundheitspsychologe und Eintragung in die Liste der Klinischen Psychologen und Gesundheitspsychologen am BMG oder
4. Psychologen in Ausbildung zum klinischen Psychologen und Gesundheitspsychologen oder
5. Ärzte mit Psy-III Diplom oder Ärzte mit Psy-III Diplom in Ausbildung oder
6. Soziale Berufe mit äquivalenter Qualifikation oder
7. gleichwertige ausländische Ausbildungen.
Kosten
Die Gesamtkosten für Seminare, Selbsterfahrung und Supervision belaufen sich auf EUR 3.600 (inkl. 10% MWSt.). Die Zahlung dieser Summe erfolgt in
4 Teilbeträgen zu je EUR 900 (inkl. 10% MWSt.).
Die Arbeitsgemeinschaft für Verhaltensmodifikation (AVM) ist seit Bestehen des Psychotherapiegesetzes als fachspezifische Ausbildungseinrichtung anerkannt und bietet Aus-, Fort- und Weiterbildungen im AVM-eigenen „Institut für Verhaltenstherapie“ (gGmbH) an.
Information und Anmeldung:
Roswitha Gangl, Institut für Verhaltenstherapie, Vierthalerstraße 8/2/8,
5020 Salzburg, Tel.: +43(0)662/88 41 66, Fax: +43(0)662/88 65 66
E-Mail: office@verhaltenstherapie-avm.at, www.verhaltenstherapie.at